Airways2 - i-gel gegen den Goldstandard

 

Eine neue große Studie, die bestimmt Einzug in die Guidelines zur Wiederbelebung 2020 findet, ist soeben in England gestartet.

 

‘Project portfolio HTA 12/167/102, Cluster randomised trial of the clinical and cost effectiveness of the i-gel supraglottic airway device versus tracheal intubation in the initial airway management of out of hospital cardiac arrest (Airways-2)’

 

Diese Studie basiert auf der vorherigen REVIVE Studie, die erstmals als Abstract, beim American Heart Association Resuscitation Science Symposium in Dallas präsentiert wurde. Hier befassten sich die Autoren mit einem Vergleich von i-gel, LMA Supreme und endotrachealer Intubation, im Falle der präklinischen Reanimation (OHCA). 615 Patienten konnten in die Studie inkludiert werden. Das Resultat zeigte keinen signifikanten Unterschied zum Nutzen von endotrachaler Intubation und SGA, jedoch zeigte sich ein Unterschied zwischen i-gel und LMA Supreme. 

 

In der Überlebensrate:  

  • i-gel® 10.3%
  • LMA Supreme® 8.0%
  • Intubation 9.1%

     (p=0.73)

Überleben nach 90 Tagen:

  • i-gel® 9.5%
  • LMA Supreme® 6.9%
  • Intubation 8.6%

     (p=0.65)

Aufgrund dieser Erfahrungen wurde eine große, randomisierte Studie angestrebt, die die endotracheale Intubation (bisheriger Gold Standart) mit i-gel vergleicht und nun mit Airways-2 begonnen hat. 

 

Weshalb ist diese Studie so wichtig?

Airways-2 liefert die Art von hoch qualifizierte Daten, die von Nolan und Lockey bereits 2009 im editorial: ‘Airway management for OHCA – more data required’ gefordert wurden. 

Die Autoren sagen, dass "all die existierenden Daten, bezüglich des Einsatz von SGA während der Reanimation kommen von low-level Studien. Es gibt einen dringenden Bedarf an hoch qualitativen randomisierten Studien für den Einsatz von SGA während der CPR"

Wohlwissend, dass diese Studie nicht einfach zu erstellen sein wird. 

 



Die Airways-2 Zusammenfassung beschreibt:


"Es gibt eine große Ungewissheit bei Rettungsdienstpersonal und in Expertenkreisen, bezüglich der besten Methode um einen sicheren Atemweg während dem Frühstadium der Reanimation zu schaffen. Wir beabsichtigen deshalb, eine große Studie durchzuführen um herauszufinden, ob die Intubation oder der beste, verfügbare SGA (i-gel) den besten Outcome für den Patienten darstellt."


Ca. 1.300 Paramedics werden an der über 2 Mio Pfund teuren Studie teilnehmen.

Es werden Erwachsene (>50kg Körpergewicht mit einer Mundöffnung von >2cm), reanimationsbedürftige Patienten (Trauma als Ursache wird ausgeschlossen) miteinander verglichen. 


Es wird der derzeitige Goldstandard endotracheale Intubation mit der Interventionsgruppe (i-gel) verglichen. 

"Wegen der Einfachheit und Schnelligkeit der Platzierung und der Tatsache des nicht aufblasbaren Cuffs, hat sich i-gel als bevorzugter SGA zur Verwendung während OHCA in Europa herausgestellt."


Ziel der Studie ist es herauszufinden, ob i-gel, als zweite Generation Atemweg der endotrachealen Intubation, in nicht traumatischen Reanimationen bei Erwachsenen, hinsichtlich Kosten und Effizienz überlegen ist. 


Grundsätze:

  • Eine Bewertung des Unterschiedes im primären Outcome (nach modifizierter Rankin Skala mRS) nach Entlassung aus der Klinik, nach dem randomisierten Einsatz von entweder i-gel oder Intubation durch den Paramedic
  • Eine Bewertung des Unterschiedes im sekundären Outcome, nach Atemwegsmanagement, Krankenhausaufenthalt und nach Rehabilitation nach 3 und 6 Monaten, nach dem randomisierten Einsatz von entweder i-gel oder Intubation durch den Paramedic
  • Eine Bewertung des Unterschiedes hinsichtlich der Kosten Effizienz von i-gel und Intubation, vor allem im Innenklinischen Bereich (Ressourcen und Folgekosten, Aufenthaltsdauer, Verweildauer auf der Intensivstation und Pflegeaufwand, etc.) separat für jede Gruppe

Das sekundäre Outcome schließt auch den initialen ventilationserfolgt, Regurgitation/Aspiration, die Sequenz der Beatmungen und den wiedereintritt des Spontankreislaufes (ROSC) mit ein.


Es wird angegeben, dass eine 2%ige Verbesserung des Outcomes als klinisch Relevant bezeichnet werden kann. 


Auf der Airways-2 Website finden Sie nähere Informationen zur Studie und Einzelheiten.


Eine erste Publikation wird für 2019 geplant. Nun erscheinen vier Jahre als lange Zeit um auf diese Studienergebnisse zu warten. Auch besteht das Risiko, dass wenn die Resultate der Studie veröffentlichungsfähig sind, sich die Standards im Atemwegsmanagement bereits geändert haben könnten. Dennoch kann Airways-2 als signifikante Studie gewertet werden, um die hoch qualifizierten Daten, im Rahmen der präklinischen Wiederbelebung zu liefern, auf die wir alle warten. 


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