i-gel in der Pädiatrie - Ein Überblick über die Neueste Evidenz

"Klinische Evidenz braucht Zeit und einige der Studien haben sich mit nur einer Größe befasst und alle Studien wiesen Imitationen auf. Aber nichtsdestotrotz suggeriert die genannte Evidenz, dass i-gel bewiesen könnte "eine wahre Verbesserung im Bereich der pädiatrischen LMA zu sein" 

White, Cook und Stoddart, 2009

 

Dies war eine Antwort auf den in der Pediatric Anesthesia erschienenen Artikel ‘A critique of elective pediatric supraglottic airway devices’   von White et al. Dieser hatte zum Ziel alle bis dato vorhanden Evidenz zu supraglottischen Atemwegen (SGA) in der Routineanästhesie zu zeigen.

Es war auch einer der ersten Artikel, der SGA´s der ersten und zweiten Generation unterschieden hat. Obwohl der erste Artikel, der die Unterscheidung zwischen erster und zweiter Generation SGA ausführlich beschrieben und klassifiziert ha‘Recent developments in efficacy and safety of supraglottic airway devices’ von Cook und Howes, 2010 war. 

White beschrieb die erste Generation als einfachen Atemwegskanal und zweite Generation SGA´s, wie z.B. i-gel als Produkte mit speziellen Design Features, die eine erhöhte Patientensicherheit, aufgrund von Aspirationsschutz bieten" 

 

 



Seit dem hat sich viel getan. Die neuen Daten beinhalten zwei Meta-Analysen, welche beide 2014 publiziert wurden. Die erste‘A systematic review and meta-analysis of the i-gel vs laryngeal mask airway in children’  von Choi et al beinhaltet neun Randomised Controlled Trials (RCTs) und vergleichen i-gel mit LMA ProSeal® (pLMA), LMA Classic® (cLMA), LMA Supreme® (sLMA) und Ambu® AuraOnce™ (ALMA). 

 

Das Resultat war, dass viele Dinge, wie z.B. Insertionszeit keine signifikanten Unterschiede aufwiesen, allerdings ließ sich mit i-gel ein über 3cm H2O höherer Ventilationsdruck erreichen, der fieberoptische Blick war in 93% gut (im Vergleich zu 83% der LMA´s). Einige Komplikationen konnten bei jeder Art Atemweg beobachtet werden. 

 

Die andere Mata-Analyse ‘Evaluation of i-gel airway in children: a meta analysis’, von Maitra et al, veröffentlicht in  Pediatric Anesthesia, verglich neun RCTs. Hier wurde i-gel® mit der cLMA und/oder der pLMA (ProSeal).

Die Autoren schlussfolgerten, dass i-gel ein mindestens vergleichbares Produkt zu ProSeal und der classic LMA darstellt und einen signifikant höheren oropharyngealen Verschlussdruck ermöglicht. 

 

Ein interessanter Artikel, der 2013 erschien, ist  ‘Current practice of pediatric supraglottic airway devices – a survey of members of the Association of Paediatric Anaesthetists of Great Britain and Ireland (APAGBI)’. Dieser beleuchtet den Einsatz von SGA in der Routineanästhesie und für den schwierigen Atemweg. 244 Mitglieder der englischen APAGBI antworteten und daraus entstand folgender Vergleich.


88% favorisierten einen SGA der 1. Generation und 85% ebenfalls im Falle einer gescheiterten Intubation, obwohl in 37% i-gel und in 25% pLMA vorhanden war, beides Produkte der 2. Generation. Nur 15%gaben an, dass ein oesophagealer Kanal als wichtig eingestuft wird. Warum also scheint bei den Mitgliedern der APAGBI, bei Kindern die Wichtigkeit einer 2. Generation geringer zu sein, als bei Erwachsenen? Die Autoren schlussfolgern, dass die Pädiatrischen Größen meist erst später auf den Markt kommen, als die Erwachsenen und somit noch nicht so weit verbreitet sind. Ein weiterer Grund könnte der breitere Schaft sein, und auch dass Aspiration bei SGA bei Kindern weniger häufig beobachtet wird, als bei Erwachsenen. Die Autoren folgern, dass Studien und Untersuchungen wohl weniger Eifluss auf die Wahl des SGA haben, als persönliche Vorlieben oder Abteilungspräferenzen. 


 

Ein weiterer, in der Anaesthesia publizierter Vergleich ist  ‘A performance comparison of the paediatric i-gel with other supraglottic airway devices’ von Smith & Bailey. Die Autoren schließen hier darauf, dass i-gel mindestens ein Äquivalent zu andern SGA, die derzeit in der Kinderanästhesie verwendet werden, darstellt. Und vermuten, dass sich mit i-gel ein höherer oesophagealer Verschlussdruck, sowie ein besserer Fieberoptischer Blick erreichen lassen kann. 

 

Ein weiterer, in der Anaesthesia, publizierter Artikel ist, ‘Which supraglottic airway will serve my patient best?.

Dieser ist zwar nicht auf die Pädiatrie spezialisiert, behandelt jedoch auch die beiden, oben genannten Meta-Analysen. Die Autoren Kristensen, Teoh und Asai beschreiben wie das "richtige" Produkt ausgewählt werden kann und in die klinische Praxis eingeführt werden kann, die Rolle von Modellstudien und die Verantwortung der Hersteller. 

 

Welche Schlussfolgerung können wir nun, aufgrund der aktuellen Studienlage zu i-gel in der Pädiatrie ziehen? Ist i-gel anderen SGA überlegen? Nun, es gib eine Reihe an Daten, die aufgrund der Art ihrer Betrachtung variieren, diese schließen RCT´s, vergleichbare Studien und Meta-Analysen ein. Viele dieser Daten sind viel versprechend und einige positive Aspekte wurden heraus gestellt. Dennoch gibt es immer Bereiche, in denen mehr Details und Studien nötig sind. Ich belasse es dabei und Sie können sich selbst Ihre eigene Schlussfolgerung ziehen.

 

 

Achtung:

i-gel ist eine registrierte Trademark von Intersurgical Ltd. LMA Classic, LMA ProSeal, LMA Unique und LMA Supreme registrierte Trademarks von Laryngeal Mask Company Ltd. cLMA, pLMA, und sLMA  sind als Abkürzungen in Artikeln genutzt. Sie bezeichnen jeweils die LMA Classic, LMA Proseal und LMA Supreme. Ambu ist eine registrierte Trademark von Ambu A/S.

 

   

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Broschüre i-gel Kinder
Prospekt i-gel Pädiatrie.pdf
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